Die gefährlichsten Vulkane Italiens, Teil 3

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Teil 3: Albaner Berge


Die Albaner Berge (ital. Colli Albani) sind ein Vulkangebirge in Zentralitalien(Latium), etwa 20 Kilometer südöstlich von Rom und ein beliebtes Ausflugsziel für die Hauptstädter.

Genauer gesagt bestehen die Albaner Berge aus den Resten eines ehemaligen Stratovulkans, der während einer Eruptionsphase vor 560000 bis 360000 Jahren einstürzte. Dabei entstand eine 12 Kilometer große Caldera, deren Rand heute den Umriss der Albaner Berge bildet. Die Eruptionen förderten bis zu 150 km³ Lockermaterial, was einen VEI von 7 entspricht. Innerhalb der Caldera wuchs später ein neuer Stratovulkan, der Monte Cavo heran, in dessen 2 Kilometer großen Gipfelcaldera heute die Stadt Rocca di Papa liegt. Innerhalb der Caldera befinden sich noch weitere Eruptionsstellen, darunter kleinere Calderen, Maare und Krater. Die bekanntesten Maare sind die Seen Lado di Albano und Lago di Nemi am westlichen Rand der Caldera.

Das 2×4 Kilometer große Maar des Lago di Albano entstand vor etwa 69000 Jahren während einer heftigen Eruption. Die letzte Eruption des Maares fand vor 36000 Jahren statt und war die stärkste Eruption des Maares. Zu dieser Zeit entstand wahrscheinlich auch das Maar des Lago di Nemi.

Die letzte Eruption in den Albaner Bergen fand wahrscheinlich während der Zeit der Römer statt. Im Jahre 600 v. Chr. soll sich den Überlieferungen zu folge im Bereich des Ariccia-Kraters zwischen den beiden Maaren eine Eruption ereignet haben. Bei späteren Berichten über Eruptionen handelte es sich wahrscheinlich um andere Ereignisse wie Waldbrände.
Seismische Aktivität und Bodenhebungen in den letzten Jahrzehnten zeigen, dass der Vulkan noch lange nicht erloschen ist. Auch die Gasaustritte und die Thermalquellen beweisen, dass die Magmakammer, die sich 5 Kilometer unter der Oberfläche befindet, noch lange nicht erloschen ist. Ende der 80er Jahre ereignete sich im Osten der Caldera ein Erdbebenschwarm, deren Hypozentrum sich an der Obergrenze der Magmakammer befand.
Zwischen 1950 und 1991 kam es im Bereich der Caldera zudem zu Bodenhebungen um bis zu 30 Zentimeter.

Sollte der Vulkan in naher oder ferner Zukunft erwachen, schweben die Bewohner der Italienischen Hauptstadt, die in Sichtweite zum Vulkan liegt, in größter Gefahr. Anders als in Neapel gibt es kein Notfallplan für eine Eruption. Auch vulkanische Beben können die Stadt gefährden. Daher sollte auch dieser Vulkan unter Beobachtung der Vulkanologen strehen.

Teil 1: Campi Flegrei
Teil 2: Vulsini
Teil 4: Marsili

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Jens Skapski

Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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