Kleine Erdbebenserie in Darmstadt

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Darmstadt – Im Ortsteil Arheilgen im Norden der Stadt kommt es seit rund drei Tagen zu einer kleineren Erdbebenserie. Mindestens drei Erdbeben wurden bislang vom hessischen Erdbebendienst und dem Erdbebendienst Südwest ausgewertet. Zudem gab es mehrere kleinere Beben.
Das erste am 14. März früh morgens erreichte laut HLNUG Magnitude 1.5. Das zweite größere folgte rund 24 Stunden später und erreichte nach vorläufigen Angaben Magnitude 1.2. Nummer drei kurz nach Mitternacht am Donnerstag war mit M0.9 ein wenig schwächer. Der Erdbebendienst Südwest gibt für diese Ereignisse Magnitude 1.0, 1.1 und 0.8 an. Keines der Erdbeben wurde von den Anwohnern verspürt.

Im Herbst 2016 kam es im Norden von Darmstadt über mehrere Tage zu einer Erdbebenserie, deren größtes Beben mit M2.9 in der Stadt und im Umfeld deutlich zu spüren war.

Bereits im Zuge der Erdbebenserie in Mühltal 2014/15 (bis Magnitude 4.2) kam es im Norden von Darmstadt zu kleineren Beben.

Allgemeine Informationen zu diesem Erdbeben:

Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit): seit 14. März, 06:53 Uhr

Magnitude: bis 1.5

Tiefe: ca. 6 km

Spürbar: nein

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt?

Schäden erwartet: nein

Opfer erwartet: nein

Ursprung: tektonisch

Tsunami-Gefahr: nein

Epizentrum:

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Seit 2014 wird die Region südlich von Darmstadt von einem Erdbebenschwarm heimgesucht. Seit März des Jahres kam es zu dutzenden kleinen, spürbaren Erdbeben. Das stärkste mit Magnitude 4.2 im Mai 2014 führte zu Gebäudeschäden. Über die Ursache des aktuellen Schwarmes ist wenig bekannt. Sicher ist, dass die Erdbeben eine Folge tektonischer Prozesse sind. Spekulationen um vulkanische Aktivität oder menschliche Ursachen konnten widerlegt werden. Die Region Darmstadt liegt am nordöstlichen Rand des Oberrheingrabens. Dabei handelt es sich um ein Gebiet, an dem sich die Erdkruste dehnt. Die Ränder des Oberrheingrabens bewegen sich millimeterweise pro Jahr auseinander. Dabei senkt sich das Gebiet und an den Rändern bauen sich Spannungen auf, die sich früher oder später in Erdbeben entladen. Da die Bewegung am Oberrheingraben vergleichsweise niedrig sind, gibt es weniger Erdbeben als an anderen Dehnungszonen der Welt. Der Odenwald, sowie das Rhein-Main Gebiet gehören dabei zu den Regionen, in der es historisch besonders viele Erdbeben gab. Vor allem der Erdbebenschwarm zwischen 1869 und 1871 erschütterte weite Teile Südwestdeutschlands und richtete erhebliche Schäden an. Kleine Erdbeben in Deutschland stellen in der Regel keine Gefahr dar. Dennoch kann es, vor allem entlang des Rheins, sowie auf der Schwäbischen Alb und in Teilen von Thüringen und Sachsen gelegentlich zu Erdbeben kommen, die Gebäude beschädigen und Menschen gefährden. Bewohner der entsprechenden Regionen sollten daher die richtigen Verhaltensweisen bei Erdbeben kennen.Weitere Informationen: Liste aktueller Erdbeben in Deutschland Liste historischer Erdbeben in Deutschland

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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