Falschmeldungen

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Erdbebendienste wie EMSC, USGS oder Geofon tragen Erdbebenregistrierungen aus aller Welt zusammen und veröffentlichen innerhalb von Minuten die Erdbebendaten auf ihren Websites. Dabei unterlaufen den meist computergesteuerten Systemen aber gerne Fehler. Diese können sich, je nach Relevanz der „falschen Erdbeben“ viral in Windeseile verbreiten und Unruhe verursachen. (Berühmtes Beispiel: Magnitude 8.4 in Libyen im Mai 2011; ausgehend von einem rumänischen Erdbebendienst verbreitete sich diese Meldung auch auf EMSC)
Auf dieser Seite möchten wir alle relevanten Falschmeldungen (ab Januar 2015) der Erdbebendienste darstellen und kurze Erklärungen abliefern.

29. Mai
Diesmal ist Alaska schuld: USGS listete kurzzeitig ein Erdbeben der Stärke 5.1 im Norden von Kalifornien um 9.06 Uhr, 6 Minuten nach dem Erdbeben (M6.8) in Alaska. Kurz darauf verschwand es wieder. Andere Listen (EMSC, Drittanbieter) behalten die Daten länger, aber das macht das Beben auch nicht realer: FALSCHMELDUNG!
Der SED war ebenfalls sehr kreativ und hat dem Beben in Alaska noch ein gleichstarkes im Osten von Grönland hinzugefügt. Auch FALSCHMELDUNG!

4. April
Ein Fidschi-Erdbeben der Stärke 4.5 führte am Karsamstag zu einer Falschmeldung des Geoforschungszentrum Potsdam. Dieses gibt zeitweise ein Erdbeben der Stärke 6.1 um 14.40 Uhr MESZ in der russischen Republik Sacha im Osten von Sibirien an. Brisant: in der Nähe des angeblichen Epizentrums befindet sich ein Atomwaffentestgelände aus Sowjet-Zeiten. Dass irgendein Ereignis in Sacha für die falsche Registrierung verantwortlich ist, kann aber ausgeschlossen werden.

27. Februar
Kurz nach einem 560 km tiefen M6.9 in Indonesien ein starkes M6.0 in Puerto Rico in der gleichen Tiefe? Das kann nur ein Fehler sein, den diesmal USGS gemacht hat.

27. Februar
Wer in Regensburg wohnt und gelegentlich die Erdbebenseite der Zentralanstalt für Meteotologie und Geodynamik in Wien besucht, könnte einen Schock bekommen haben. Lag das angebliche Erdbeben um 12.05 Uhr am 26. Februar doch nur 6 km vom Stadtzentrum entfernt. Wer dies nicht gespürt hat, braucht sich keine Sorgen um seine sensitiven Fähigkeiten zu machen: Bei dem Erdbeben handelt es sich um eine Falschmeldung.

13. Februar:
Aufgrund eines schweren Erdbebens im Nordatlantik tauchte in den Listen des USGS kurzzeitig die Meldung eines gleichstarken Erdbebens (M6.8) zur gleichen Zeit (19.59 Uhr MEZ) an der Grenze von Weißrussland zur Ukraine auf. Dabei handelt es ich um eine Falschmeldung, die schnell wieder gelöscht wurde.

19. Januar:
USGS listete kurzzeitig ein M3.0 im Bundesstaat Colorado. Es stellte ich später als Falschmeldung heraus. Grund war ein nicht genau zu definierender Computerfehler.

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Jens Skapski

Jens ist 22, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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